Mit neuen Klängen Neues wagen

Popkantorat!

Mit neuen Klängen Neues wagen

Am 1. Juni 2021 ist es soweit! Die ev.-ref. Kirchengemeinden Bad Meinberg, Cappel-Istrup, Horn und Wöbbel starten ein neues und zugleich aufregendes Projekt: Wir bilden einen gemeinsamen Erprobungsraum zum Aufbau eines Kantorats für populare Kirchenmusik. Ein solches übergemeindliches kirchenmusikalisches Projekt ist nicht nur für unsere Gemeinden Neuland, sondern stellt auch innerhalb der Lippischen Landeskirche etwas vollkommen Neues dar. Und zwar in mehrfacher Hinsicht:

Erstmals gibt es in der kirchmusikalischen Landschaft Lippes ein professionelles Kantorat, dessen Schwerpunkt auf „popularer Kirchenmusik“ liegt. Hinter diesem Begriff verbergen sich unterschiedlichste moderne Musikstile: Jazz, Rock, Pop, Gospel, Funk u.v.a. Wir wollen neue Klangfarben in das kirchenmusikalische Spektrum der Landeskirche und der Region bringen. Dabei verstehen wir diese Profilierung als Erweiterung und Ergänzung, aber nicht als Konkurrenz zu den anderen wertvollen kirchenmusikalischen Angeboten und klassisch ausgerichteten Kantoraten innerhalb der Landeskirche.

Eine weitere Neuerung unseres Projekts stellt dar, dass sich vier Kirchengemeinden in einer Region aufmachen, um ein Kantorat aufzubauen. Keine unserer Gemeinden wäre für sich allein in der Lage, dieses Kantorat alleine zu errichten. Gemeinsam können wir aber etwas auf die Beine stellen, das nicht nur für unsere Gemeinden, sondern auch für die Region wertvoll sein kann. Dabei freuen wir uns, dass die Lippische Landeskirche unser Projekt als Erprobungsraum angenommen hat und für drei Jahre großzügig unterstützt.

Über die kirchenmusikalische Arbeit hinaus stellt dieser Erprobungsraum angesichts der anstehenden Veränderungen im Bereich der Kirche, von denen insbesondere das kirchliche Leben im ländlichen Raum betroffen sein wird, ein Pilotprojekt für kirchengemeindliche Kooperationen der Zukunft dar.

Wer Neuland wagt, geht auch ins Risiko. Natürlich wissen wir nicht, ob unsere Ideen und Vorstellungen die gewünschten Effekte haben. Auch ob wir das Kantorat über die zunächst angedachten drei Jahre hinaus fortführen können, ist jetzt noch nicht klar. Deshalb brauchen wir vor allem eines: Sie, liebe Gemeinden und liebe Gemeindeglieder. Ohne Sie wird dieses Projekt kein Erfolg. Wir wollen deshalb mit Ihnen zusammen, dieses neue Projekt durchführen und etwas ausprobieren. Wir brauchen Sie als Mitmachende: als Mitmusizierende, als Mitsingende, als Mitfeiernde und -zuhörende. Deshalb können Sie sich schon auf Mitmachaufrufe freuen! Und sobald die Gruppen sich etwas „gefunden“ haben, werde Sie etwas Neues zu hören und sehen bekommen. Da wird vielleicht nicht immer alles rund laufen. Denn diese Form der übergemeindlichen Zusammenarbeit ist für uns alle neu. Wir sind immer noch dabei uns kennenzulernen und dies wird auch in den kommenden Monaten weiter andauern. Wir brauchen deshalb neben Ihrer Unterstützung auch eine zugewandte und manchmal vielleicht auch geduldige Haltung. In Zeiten von Corona wissen wir schließlich selbst noch nicht genau, welche unserer Ideen zu welchem Zeitpunkt realisiert werden können.

Eines ist uns aber bereits vor Beginn des Erprobungsraums wichtig zu betonen: Wir wollen zwar etwas Neues wagen, doch auf das Gute und Bewährte in unserer bisherigen kirchenmusikalischen Arbeit wollen wir nicht verzichten. Beides wird in der zukünftigen Arbeit seinen Platz haben. Mehr noch: Wir erhoffen uns und sind überzeugt, dass eines das andere befruchten und befördern wird und dass das Potential besteht, etwas Gemeinsames zu erarbeiten und zu erfahren. Deshalb möchten wir hervorheben, dass die bestehenden kirchenmusikalischen Gruppen und Angebote in unseren Gemeinden weiterhin unserer Wertschätzung und Unterstützung sicher sein können. Dies gilt explizit auch für die haupt- und nebenamtlichen Kirchenmusiker, die gegenwärtig in unseren Gemeinden tätig sind und eine hervorragende Arbeit leisten.

Wir freuen uns darauf, dass wir Herrn Moritz Reuter mit der Leitung des Kantorats gewinnen konnten. (Eine eigene Vorstellung von Herrn Reuter finden Sie in dieser Ausgabe des Gemeindebriefs.) Wir sind sehr auf die Zusammenarbeit gespannt und heißen ihn auf diesem Weg herzlich in unseren Gemeinden willkommen.

Wenn Sie Rückfragen oder Anregungen haben, dann kommen Sie gerne auf uns zu.

Die einzelnen Ansprechpartner der einzelnen Kirchengemeinden sind: Hans-Peter Mischer (Bad Meinberg), Nikola Grünberg (Cappel-Istrup), Hildegard Meinel (Horn) sowie Superintendent Holger Postma (Wöbbel). Ansprechpartner für das Gesamtprojekt sind – neben Herrn Moritz Reuter – Pfarrer Dr. Gregor Bloch (gregor.bloch@meinekirche.info) sowie Superintendent Holger Postma (h.postma@t-online.de).

In der Hoffnung auf eine ertragreiche Zusammenarbeit und eine lebendige Zukunft grüßen wir Sie sehr herzlich!

Pfarrer Dr. Gregor Bloch


Liebe Gemeinde,

hiermit möchte ich mich bei Ihnen als Ihr neuer Regionalkantor vorstellen! Es freut mich sehr, dass Sie mir Ihr Vertrauen schenken. Dafür bedanke ich mich schon jetzt!

Ab dem 1. Juni werde ich für die vier kooperierenden evangelisch-reformierten Kirchengemeinden – Bad Meinberg, Cappel-Istrup, Horn und Wöbbel – im Rahmen der Erprobungsräume der Lippischen Landeskirche tätig sein. Dabei wird es vor allem darum gehen eine regional übergreifende und nachhaltige, kirchenmusikalische Arbeit mit dem Schwerpunkt „populare Kirchenmusik“ zu entwickeln.

Mein Name ist Moritz Reuter – vor 28 Jahren erblickte ich in Detmold das Licht der Welt.

In Lemgo aufgewachsen, kehrte ich für das Studium der evangelischen Kirchenmusik mit dem Wahlfach Jazz/Rock/Pop in meine Geburtsstadt zurück. Hier lebe ich zusammen mit meiner Freundin Victoria in Detmolds schöner Innenstadt. Zurzeit arbeite ich an meiner Bachelorarbeit.

Die Musik begleitet mich seit dem Beginn meines Lebens auf unterschiedlichster Weise.

Es würde den Rahmen dieser Vorstellung wohl allerdings sprengen alles beim Namen zu nennen, was daraus erwachsen ist. Ich bin mir sicher es wird sich in Zukunft die ein oder andere Gelegenheit bieten mehr über das zu erfahren, was hier unausgesprochen bleibt.

Meine Familie ist an vielen Stellen musikalisch verwurzelt. Am Anfang stand deshalb ganz selbstverständlich der intensive klassische Klavierunterricht, der mich musikalisch stark geprägt hat. Doch gab es da schon immer auch das Interesse für andere Musik. So begleitete ich als Pianist die mit Popularmusik angereicherten Winter- und Sommerkonzerte meiner Schule und sang in verschiedensten Chören mit. Mit einem guten Freund entdeckte ich die Klezmer-Musik. Dann folgten erste Bandversuche in ständig wechselnder Besetzung mit Rock, Funk, Reggae, später kam Jazz dazu.

Neben dem Klavier spielte ich lange Gitarre oder ergründete das Violoncello für ein paar Jahre. Erst nach dem Abitur begann ich mit dem Orgel spielen, besuchte den C-Kurs in Vorbereitung auf ein Musikstudium und blieb dann dabei. Ich konnte mich der Faszination für die Kirchenmusik einfach schwer entziehen. Trotzdem blieb es mir immer ein Anliegen das gesamte Spektrum der Musik wahrzunehmen und so entschied ich mich dafür meinen traditionellen Kirchenmusikstudiengang mit dem für klassische Kirchenmusiker eher untypischen Wahlfach Jazz/Rock/Pop zu verbinden.

Durch das Studium konnte ich viele Ensemble-Erfahrungen sammeln, nicht nur als Dirigent im Chor- und Orchesterbereich, sondern auch als Pianist in Jazz-Combos oder etwa der HfM Big-Band. In einer Vakanzstelle an St. Nicolai in Lemgo studierte ich mit den Chören neben der klassischen Literatur modernere Stilistiken und Eigenkompositionen ein. Seit Ende 2013 bin ich mit Freude angestellter Organist in den beiden Gemeinden Voßheide und Donop. Zurzeit nutze ich die „Corona-Auszeit“ um als Pianist in verschiedenen Ensembles zu spielen.

Ich finde Musik in der Kirche ist nicht nur eine Form von Gottesdienst, sondern eine kulturelle Bereicherung in jeder Hinsicht und für alle Menschen. Sie erzeugt dort eine besondere Atmosphäre. Der Kirchenraum an sich ist ein Stück weit weg gerückt von der Alltagsrealität. Hier kommt man zur Ruhe, zu anderen Gedanken, zu einer sinnstiftenden Meditation, aber auch zu Momenten, die einem Kraft, Motivation oder Freude schenken. Er ist ein Ort, wo das sichtbar wird, was im Alltag oft verborgen scheint, da wo der Glaube lebendig wird – und das auch in der Musik. Sie kann die Dinge ausdrücken, die man niemals sagen kann oder die unausgesprochen bleiben. So unterschiedlich wir Menschen sind, so unterschiedlich ist die Musik, die aus uns heraustritt. Mir ist dabei wichtig, dass uns die Freude an der Musik zusammenbringt, egal aus welchem Jahrhundert sie auch stammen mag. Ich freue mich jedenfalls schon jetzt auf ein Kennenlernen, die Vielfalt in Ihren Gemeinden und auf die gute Zusammenarbeit in all ihren Facetten!

Herzliche Grüße,

Moritz Reuter


Nächste Termine

Mittwoch, 4. August 2021

20:00
iuventi musica GMH Reelkirchen

Sonntag, 8. August 2021

9:30
Gemeinsamer Gottesdienst aus Reelkirchen
9:30
Gemeinsamer Gottesdienst in Reelkirchen

Montag, 9. August 2021

18:00
Posaunenchor in Reelkirchen
20:00
TonArt

Mittwoch, 11. August 2021

 bis Samstag, 14. August 2021
Ferien WG Reelkirchen
16:00  bis Samstag, 14. August 2021
Ferien WG für Jugendliche im Gemeindehaus Reelkirchen
20:00
iuventi musica GMH Reelkirchen