Popkantorat

„aufKlang“ am 21. August 2021

Moritz Reuter hat sich der Öffentlichkeit als Kantor für Rock/ Pop und Jazz vorgestellt und mit dem „aufKlang“ im August ein vielversprechendes Antrittskonzert gegeben.

„Die Kirche geht mit der Zeit!“ Höchste Zeit, wie ein Besucher den Verantwortlichen der Kirchengemeinden Bad Meinberg, Horn, Cappel-Istrup und Wöbbel hinterher attestierte. Das „Popkantorat“ in diesen Gemeinden geht musikalisch und jetzt auch personell neue Wege. Das Ganze ist ein Versuch, ein „Erprobungsraum“, der zunächst auf drei bis fünf Jahre angelegt ist. Zeitgemäße Musik, unterschiedliche Stilrichtungen sollen mehr Platz haben in Gottesdiensten, im Bereich der Konfirmanden- und Jugendarbeit, in einem Jazz-Pop-Chor, in einer oder verschiedenen Bands.

Bei der Auftaktveranstaltung in der Istruper Kirche am 21. August stellte sich Moritz Reuter auf eindrucksvolle Weise der Öffentlichkeit vor. Für dieses erste Konzert hatte er sich, als Teil eines Quartetts, auf die Stilrichtung Jazz eingestellt. Moritz Reuter (Klavier), Fritz Feger (Kontrabass), Manuel Konnerth (Trompete) und Christian Schoenefeldt (Schlagzeug) überzeugten das Publikum mit einer beeindruckenden Qualität und Dichte. Etwas Gehörtes in Worte zu fassen, ist eigentlich gar nicht möglich, es zu beschreiben ebenso wenig. Nur so viel: Die Klänge führten auch diejenigen, die dem Jazz eher fern stehen in wohltuende Sphären, die sie so nicht erwartet hatten.

Dieser „aufKlang“, mit einem eigens für die Veranstaltung von Helene Grünberg gestalteten Plakat, war ein sehr gelungener Auftakt. Am Ende gab es „Standing Ovation“ für die Musiker.

Zukünftig wünscht sich Moritz Reuter mit Menschen aus der Region Musik zu machen. Musik die ihnen vertraut ist, die sie herausfordert, die zu überraschenden Erlebnissen führt. Zum Beispiel in einem neuen Chor mit dem vorläufigen Titel „Jazz-Pop-Chor“. Dieser Titel lässt noch viel mehr zu, soll aber erst einmal andeuten, dass hier etwas Neues geschieht, was es so in den umliegenden Gemeinden noch nicht gibt. Die bestehenden Bands sollen von seiner fachlichen Expertise profitieren und neue Bands entstehen. Gottesdienste zu unterschiedlichsten Themen werden musikalisch und auch darüber hinaus in Teams entworfen, vorbereitet und durchgeführt.

Ein frischer Wind, der Menschen in Bewegung bringen wird. So wie es Moritz Reuter bereits in seinem Antrittskonzert gelungen ist. Anhand eines Gedichtes wurde mit Unterstützung von Orffinstrumenten und Bodypercussion ein Klangteppich ausgerollt, den sogar eher zurückhaltende Zeitgenossen mitgewoben haben. An anderer Stelle wurde eine Akkordfolge mitgesummt, die ebenso als zweistimmiger Klangteppich den Raum erfüllte, während das Quartett darauf seine Instrumente klanglich ausbreitete. Kreativität, Vielfalt, Neugier sind lauter Stichworte, die hoffentlich viele Menschen motivieren, etwas Neues in diesem Erprobungsraum zu wagen.

Geplante Projekt:

„Jazz-Pop-Chor“ 

„Junger Gottesdienst“ 

Bestehende Bands sollen unterstützt werden und mindestens eine neue Band auch gegründet werden.

Wer Fragen oder Interesse hat, irgendwo dabei zu sein kann sich gerne melden:
kreativ-kantorat-kirchenmusik@gmx.de oder
telefonisch im Büro des Kantorats  (05236) 997003.

„Warum“, so könnte man fragen, „macht ihr eigentlich so eine Welle mit diesem neuen Kantorat?“ Moritz Reuter sagte einem Journalisten: „Musik kann das ausdrücken, was Worte nicht vermögen.“ Also: Musik machen, hören, gewinnen als meine eigene Sprache? Wer weiß, ausprobieren geht jetzt, sogar mit sympathischer Begleitung.

Für den Steuerungsausschuss Popkantorat
Pfarrer Holger Postma


Popkantorat!

Mit neuen Klängen Neues wagen

Am 1. Juni 2021 ist es soweit! Die ev.-ref. Kirchengemeinden Bad Meinberg, Cappel-Istrup, Horn und Wöbbel starten ein neues und zugleich aufregendes Projekt: Wir bilden einen gemeinsamen Erprobungsraum zum Aufbau eines Kantorats für populare Kirchenmusik. Ein solches übergemeindliches kirchenmusikalisches Projekt ist nicht nur für unsere Gemeinden Neuland, sondern stellt auch innerhalb der Lippischen Landeskirche etwas vollkommen Neues dar. Und zwar in mehrfacher Hinsicht:

Erstmals gibt es in der kirchmusikalischen Landschaft Lippes ein professionelles Kantorat, dessen Schwerpunkt auf „popularer Kirchenmusik“ liegt. Hinter diesem Begriff verbergen sich unterschiedlichste moderne Musikstile: Jazz, Rock, Pop, Gospel, Funk u.v.a. Wir wollen neue Klangfarben in das kirchenmusikalische Spektrum der Landeskirche und der Region bringen. Dabei verstehen wir diese Profilierung als Erweiterung und Ergänzung, aber nicht als Konkurrenz zu den anderen wertvollen kirchenmusikalischen Angeboten und klassisch ausgerichteten Kantoraten innerhalb der Landeskirche.

Eine weitere Neuerung unseres Projekts stellt dar, dass sich vier Kirchengemeinden in einer Region aufmachen, um ein Kantorat aufzubauen. Keine unserer Gemeinden wäre für sich allein in der Lage, dieses Kantorat alleine zu errichten. Gemeinsam können wir aber etwas auf die Beine stellen, das nicht nur für unsere Gemeinden, sondern auch für die Region wertvoll sein kann. Dabei freuen wir uns, dass die Lippische Landeskirche unser Projekt als Erprobungsraum angenommen hat und für drei Jahre großzügig unterstützt.

Über die kirchenmusikalische Arbeit hinaus stellt dieser Erprobungsraum angesichts der anstehenden Veränderungen im Bereich der Kirche, von denen insbesondere das kirchliche Leben im ländlichen Raum betroffen sein wird, ein Pilotprojekt für kirchengemeindliche Kooperationen der Zukunft dar.

Wer Neuland wagt, geht auch ins Risiko. Natürlich wissen wir nicht, ob unsere Ideen und Vorstellungen die gewünschten Effekte haben. Auch ob wir das Kantorat über die zunächst angedachten drei Jahre hinaus fortführen können, ist jetzt noch nicht klar. Deshalb brauchen wir vor allem eines: Sie, liebe Gemeinden und liebe Gemeindeglieder. Ohne Sie wird dieses Projekt kein Erfolg. Wir wollen deshalb mit Ihnen zusammen, dieses neue Projekt durchführen und etwas ausprobieren. Wir brauchen Sie als Mitmachende: als Mitmusizierende, als Mitsingende, als Mitfeiernde und -zuhörende. Deshalb können Sie sich schon auf Mitmachaufrufe freuen! Und sobald die Gruppen sich etwas „gefunden“ haben, werde Sie etwas Neues zu hören und sehen bekommen. Da wird vielleicht nicht immer alles rund laufen. Denn diese Form der übergemeindlichen Zusammenarbeit ist für uns alle neu. Wir sind immer noch dabei uns kennenzulernen und dies wird auch in den kommenden Monaten weiter andauern. Wir brauchen deshalb neben Ihrer Unterstützung auch eine zugewandte und manchmal vielleicht auch geduldige Haltung. In Zeiten von Corona wissen wir schließlich selbst noch nicht genau, welche unserer Ideen zu welchem Zeitpunkt realisiert werden können.

Eines ist uns aber bereits vor Beginn des Erprobungsraums wichtig zu betonen: Wir wollen zwar etwas Neues wagen, doch auf das Gute und Bewährte in unserer bisherigen kirchenmusikalischen Arbeit wollen wir nicht verzichten. Beides wird in der zukünftigen Arbeit seinen Platz haben. Mehr noch: Wir erhoffen uns und sind überzeugt, dass eines das andere befruchten und befördern wird und dass das Potential besteht, etwas Gemeinsames zu erarbeiten und zu erfahren. Deshalb möchten wir hervorheben, dass die bestehenden kirchenmusikalischen Gruppen und Angebote in unseren Gemeinden weiterhin unserer Wertschätzung und Unterstützung sicher sein können. Dies gilt explizit auch für die haupt- und nebenamtlichen Kirchenmusiker, die gegenwärtig in unseren Gemeinden tätig sind und eine hervorragende Arbeit leisten.

Wir freuen uns darauf, dass wir Herrn Moritz Reuter mit der Leitung des Kantorats gewinnen konnten. (Eine eigene Vorstellung von Herrn Reuter finden Sie in dieser Ausgabe des Gemeindebriefs.) Wir sind sehr auf die Zusammenarbeit gespannt und heißen ihn auf diesem Weg herzlich in unseren Gemeinden willkommen.

Wenn Sie Rückfragen oder Anregungen haben, dann kommen Sie gerne auf uns zu.

Die einzelnen Ansprechpartner der einzelnen Kirchengemeinden sind: Hans-Peter Mischer (Bad Meinberg), Nikola Grünberg (Cappel-Istrup), Hildegard Meinel (Horn) sowie Superintendent Holger Postma (Wöbbel). Ansprechpartner für das Gesamtprojekt sind – neben Herrn Moritz Reuter – Pfarrer Dr. Gregor Bloch (gregor.bloch@meinekirche.info) sowie Superintendent Holger Postma (h.postma@t-online.de).

In der Hoffnung auf eine ertragreiche Zusammenarbeit und eine lebendige Zukunft grüßen wir Sie sehr herzlich!

Pfarrer Dr. Gregor Bloch


Liebe Gemeinde,

hiermit möchte ich mich bei Ihnen als Ihr neuer Regionalkantor vorstellen! Es freut mich sehr, dass Sie mir Ihr Vertrauen schenken. Dafür bedanke ich mich schon jetzt!

Ab dem 1. Juni werde ich für die vier kooperierenden evangelisch-reformierten Kirchengemeinden – Bad Meinberg, Cappel-Istrup, Horn und Wöbbel – im Rahmen der Erprobungsräume der Lippischen Landeskirche tätig sein. Dabei wird es vor allem darum gehen eine regional übergreifende und nachhaltige, kirchenmusikalische Arbeit mit dem Schwerpunkt „populare Kirchenmusik“ zu entwickeln.

Mein Name ist Moritz Reuter – vor 28 Jahren erblickte ich in Detmold das Licht der Welt.

In Lemgo aufgewachsen, kehrte ich für das Studium der evangelischen Kirchenmusik mit dem Wahlfach Jazz/Rock/Pop in meine Geburtsstadt zurück. Hier lebe ich zusammen mit meiner Freundin Victoria in Detmolds schöner Innenstadt. Zurzeit arbeite ich an meiner Bachelorarbeit.

Die Musik begleitet mich seit dem Beginn meines Lebens auf unterschiedlichster Weise.

Es würde den Rahmen dieser Vorstellung wohl allerdings sprengen alles beim Namen zu nennen, was daraus erwachsen ist. Ich bin mir sicher es wird sich in Zukunft die ein oder andere Gelegenheit bieten mehr über das zu erfahren, was hier unausgesprochen bleibt.

Meine Familie ist an vielen Stellen musikalisch verwurzelt. Am Anfang stand deshalb ganz selbstverständlich der intensive klassische Klavierunterricht, der mich musikalisch stark geprägt hat. Doch gab es da schon immer auch das Interesse für andere Musik. So begleitete ich als Pianist die mit Popularmusik angereicherten Winter- und Sommerkonzerte meiner Schule und sang in verschiedensten Chören mit. Mit einem guten Freund entdeckte ich die Klezmer-Musik. Dann folgten erste Bandversuche in ständig wechselnder Besetzung mit Rock, Funk, Reggae, später kam Jazz dazu.

Neben dem Klavier spielte ich lange Gitarre oder ergründete das Violoncello für ein paar Jahre. Erst nach dem Abitur begann ich mit dem Orgel spielen, besuchte den C-Kurs in Vorbereitung auf ein Musikstudium und blieb dann dabei. Ich konnte mich der Faszination für die Kirchenmusik einfach schwer entziehen. Trotzdem blieb es mir immer ein Anliegen das gesamte Spektrum der Musik wahrzunehmen und so entschied ich mich dafür meinen traditionellen Kirchenmusikstudiengang mit dem für klassische Kirchenmusiker eher untypischen Wahlfach Jazz/Rock/Pop zu verbinden.

Durch das Studium konnte ich viele Ensemble-Erfahrungen sammeln, nicht nur als Dirigent im Chor- und Orchesterbereich, sondern auch als Pianist in Jazz-Combos oder etwa der HfM Big-Band. In einer Vakanzstelle an St. Nicolai in Lemgo studierte ich mit den Chören neben der klassischen Literatur modernere Stilistiken und Eigenkompositionen ein. Seit Ende 2013 bin ich mit Freude angestellter Organist in den beiden Gemeinden Voßheide und Donop. Zurzeit nutze ich die „Corona-Auszeit“ um als Pianist in verschiedenen Ensembles zu spielen.

Ich finde Musik in der Kirche ist nicht nur eine Form von Gottesdienst, sondern eine kulturelle Bereicherung in jeder Hinsicht und für alle Menschen. Sie erzeugt dort eine besondere Atmosphäre. Der Kirchenraum an sich ist ein Stück weit weg gerückt von der Alltagsrealität. Hier kommt man zur Ruhe, zu anderen Gedanken, zu einer sinnstiftenden Meditation, aber auch zu Momenten, die einem Kraft, Motivation oder Freude schenken. Er ist ein Ort, wo das sichtbar wird, was im Alltag oft verborgen scheint, da wo der Glaube lebendig wird – und das auch in der Musik. Sie kann die Dinge ausdrücken, die man niemals sagen kann oder die unausgesprochen bleiben. So unterschiedlich wir Menschen sind, so unterschiedlich ist die Musik, die aus uns heraustritt. Mir ist dabei wichtig, dass uns die Freude an der Musik zusammenbringt, egal aus welchem Jahrhundert sie auch stammen mag. Ich freue mich jedenfalls schon jetzt auf ein Kennenlernen, die Vielfalt in Ihren Gemeinden und auf die gute Zusammenarbeit in all ihren Facetten!

Herzliche Grüße,

Moritz Reuter


Nächste Termine

Sonntag, 24. Oktober 2021

11:00
Gemeinsamer Gottesdienst in Reelkirchen mit Stream "Kirche.Plus"

Montag, 25. Oktober 2021

16:30
Jugendkeller GMH Billerbeck
20:00
TonArt

Dienstag, 26. Oktober 2021

16:00
Jugendbüro und Jugendtreff im Rescherhaus
18:30
Spieleabend oder Teamabend im Rescherhaus

Mittwoch, 27. Oktober 2021

9:30
Frauenkreis Reelkirchen
15:00
Offener Nachmittag in Billerbeck

Freitag, 29. Oktober 2021

17:00
Jugendbistro im Rescherhaus